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Meine
Schritte auf dem Weg der Kontemplation
Nach über 20 Jahren
"auf dem Kissen", 14 Jahre als Schüler meiner Lehrerin
Luitgard Tusch-Kleiner wurde ich 2007 als Kontemplationslehrer
der WSdK bestätigt...
Ich denke, dass ich den Weg
der Kontemplation
gegangen bin, liegt vor allem daran, dass ich als Europäer in
der Kultur des Abendlandes tiefer verwurzelt bin als in den Kulturen
anderer Regionen unserer Welt. Ich
war dankbar
für Wegmarken in einer Schrift, die ich lesen konnte. Wohl
treffen
sich die großen Wege der Mystik
(Vipassana, Zazen, Sufismus, Kontemplation) am Ziel, dem Urgrund, doch
die Wege an sich sind sehr wohl unterschiedlich und nicht "eins".
Wichtig ist, einen geeigneten Weg für sich zu finden und
diesen einen
dann gesammelt zu beschreiten.
1987 besuchte ich meinen
ersten Kontemplationskurs,
den Luitgard Tusch-Kleiner, meine spätere Lehrerin, damals im
Meditationshaus St. Franziskus in Dietfurt leitete. Schon recht
früh also, mit 21 Jahren, fragte ich mich: Warum lebe ich, was
ist mein Lebenssinn?
In den folgenden Jahren
besuchte ich auch mehrere
Sesshins bei Gundula Meyer in Ohof. So kenne ich auch den Weg des
Zazen. Allerdings merkte ich, dass mir die kulturelle Welt des Zazen,
wie er in den Teishos zum Ausdruck kam, fremd blieb. Zudem wurde mein
allzeit leistungswilliges (protestantisches!) Ego damals doch recht
angestachelt und gefördert von der strengen Disziplin - ein
Kennzeichen des Zazen, ist es doch traditionell in Japan vor allem von
der Militär-Kaste geübt worden. Und C.G. Jung
hätte wohl mit Recht angemerkt, dass sich wohl meine Anima in mir regte, gelebt und
entwickelt zu werden...
So
wurde ich 1993
Schüler von Luitgard
Tusch-Kleiner, wurde von ihr auf dem kontemplativen Weg fortan
begleitet. Nun, wie man sich unschwer denken kann, tauchte mein
Leisten-Wollen (und vieles andere mehr!) auch in der Kontemplation
wieder auf, aber Dank Luitgards liebevoller, behutsamer Begleitung
konnte ich mehr und mehr lassen, einkehren... Für mich begann
ein
stiller, langsamer Wandlungsprozess (der auch heute noch
anhält!).
Täglich
saß ich, ein bis zwei
Mal im Jahr besuchte ich einen Kontemplationskurs bei ihr,
später assistierte ich, sie führte mich in Ihre
Tradition der Kursleitung ein (Geistliche
Gesprächsführung und Begleiter-Sein, Kursgestaltung,
Leibarbeit, Impulsgebung etc.).
Hatte ich in der
Vergangenheit vor allem die
christlichen Mystikern und Mystikerinnen kennengelernt, so wurde ich
durch den Besuch von Frau Prof. Dorst auf der Herbsttagung der WSdK im
September 2005 aufmerksam (und getroffen) auf den Weg der Sufis. Kabir
und Rumi - da war kein Unterschied!
Ich komme zum Ende meines
Rückblicks und
schaue wieder auf den nächsten Tag. - Wie sagt Dag
Hammarskjöld?
Jeder Tag der erste,
jeder Tag ein neues Leben!
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