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Unterwegs sind wir alle!
 
Begleitung, Anleitung, Führung, ein Miteinander auf einem gemeinsamen spirituellen Weg, der somit auch MeisterInnen, LehrerInnen und SchülerInnen kennt, ist uralt. Wir finden ihn in allen Religionen.
 
Der Übende, der sich auf einem spirituellen Weg begibt, der nicht im Bereich des Wissens und des rationalen Erkennens gründet, braucht einen zuverlässigen Begleiter, der diesen Weg schon ein Stück weit gegangen ist. Ein Übender bedarf der mutigen, korrekten Anweisung auf dem Kontemplationsweg. Der Übende findet so Orientierung, Mitsein und Resonanz, Ermutigung und das Wissen: Ich bin nicht allein!
 
Auf dem Weg der Kontemplation versuchen wir, die Lehrerinnen und Lehrer der Würzburger Schule der Kontemplation (WSdK), die Übenden achtsam zu begleiten. Echtheit, Offenheit, Empathie sind unumgängliche Aspekte der Begleitung.
 
Der Begleitungsprozess kommt oft einer Schwangerschaft gleich. Wir tragen uns aus bis zu einer guten Geburt. Entbindung ist stets eine schmerzhafte, aber weiterstrebende Zumutung von "Stirb und Werde". Wir bekommen nichts aus dem kontemplativen Weg, werden aber eine Menge los!
 
Wenn Du Dich entschlossen hast, den Weg der Kontemplation zu gehen, suche Dir eine erfahrene Begleitperson! Schaue Dich um, prüfe Dich und die Person, die Dich begleiten soll. (Auch der Lehrer, wird sich fragen, ob er für Dich ein guter Begleiter ist!) Wenn Du Vertrauen fassen kannst,  dann sage "Ja" zu der Begleitung - nicht vorher!

Alleine den Weg der Kontemplation zu beschreiten, davon rate ich ab. Ich bin zutiefst dankbar für meine Lehrerin Luitgard Tusch-Kleiner, die mich viele Jahre liebevoll und erfahren begleitete. Vor einiger Zeit traf ich eine Frau, Psychologin, die betonte, sie brauche keine Begleitung durch eine Meisterin oder einen Lehrer auf dem Wege.  Schließlich habe sie viele Therapieausbildungen bereits absolviert und kenne sich zur Genüge. - Weit gefehlt!  Auch Luitgard oder ihre Lehrer Pater Lassalle und später Willigis Jäger waren bis zum Tode ihrer Meister dankbar für deren Unterstützung und „Unterscheidung der Geister“. Denn auf einem spirituellen Weg geht es um die Herz-zu-Herz Begleitung des SELBST und nicht um das Ego, mit dem man sich z.B. in der  Therapie rational-emotional auseinander setzt.
 
Jeder gute Lehrer ist daran zu erkennen, inwieweit er seine Schüler und Schülerinnen in die Selbstständigkeit und nicht in die Abhängigkeit führt und begleitet.
 
Bis dort hin, wo der eigene Innere Meister den Stab übernimmt...
 

Rupertaberger Kodex


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